Ausstellung · Getöpfert und gehäkelt

Aus Ton, aus Garn,
aus Geduld.

Julia ist eine dieser Frauen, bei denen man sich fragt, woher die Zeit kommt. Zwischen allem, was sie trägt und für andere tut, entstehen Schalen, Becher und Tücher — Stücke, die man anfassen möchte. Ihre Kreativität ist kein Hobby, das sie sich nimmt: sie ist eine ihrer vielen starken Seiten. Diese Seite zeigt, was dabei herauskommt.

2Handwerke: Töpferei und Häkeln
1:1Unikate, keine Serien
HandAlles von ihr gefertigt
Schale, rosa Glasur Freihand aufgebaute Tonschale mit dick aufgetragener rosa Glasur, gewelltem Rand und erstarrten Glasurtropfen
Handaufbau · rosa Glasur, in Tropfen erstarrt · unglasierter Tonfuß
Werke · aus der laufenden Arbeit

Neun Stücke, die den Weg durch ihre Hände kennen.

Alle hier gezeigten Arbeiten hat Julia gemacht — fotografiert auf demselben Regal, bei Tageslicht, ohne Inszenierung. Ein Klick öffnet das Bild groß.

Schale, freihand aufgebaut

Rosa Glasur, in Tropfen erstarrt, unglasierter Tonfuß

Der Rand folgt keiner Schablone: die Wand ist in Falten gelegt, wie Stoff, der gerade fällt. Die Glasur läuft dort dünn aus, wo die Wand steil wird.

Becher, zylindrisch

Dieselbe Glasur, hier mit Glasurvorhang

Am unteren Rand sammelt sich die Glasur und läuft in Tropfen über den rohen Ton — die Stelle, an der man den Becher zuerst anfasst.

Henkelbecher, Kobalt & Rosé

Kobaltblau und Rosé außen, Olive innen, geflochtener Henkel

Ein Stück, das eine Form wagt: der Körper ist plastisch modelliert, der Henkel aus gedrehten Strängen geflochten. Auf der blauen Seite sitzt ihr runder Stempel.

Henkelbecher, Pastell

Mint, Rosa und Hellblau außen, Olive innen

Das Gegenstück zum kräftigen Becher: dieselbe Form, dieselbe Hand, nur leiser im Ton. Der Henkel bleibt geflochten.

Flache Schale, Mint & Rosé

Mintgrün außen, zartes Rosé-Lila innen

Ein Stück zum Hinlegen. Der Rand ist in weichen Wellen geführt, innen wird die Glasur dünner und schimmert rosa. Darin eine rote, mitglasierte Kugel.

Teller, bemalt

Grün mit weißem Pinselschwung, roter Rand

Hier wird gemalt statt nur glasiert: eine Figur mit kariertem Körper, runder Brille und Hütchen steht auf einem Schachbrett. Der rote Rand setzt den Schlusspunkt.

Miniatur, Toilette in Rosa

Rosé und Weiß, in Tropfen ausgelaufen

Klein, ernst gemeint und mit Augenzwinkern: die Glasur läuft in weißen Schlieren über den rosa Körper und tropft am Boden aus. Der Fuß bleibt Ton.

Schale, schwarz glasiert

Tiefschwarze Glasur mit feiner weißer Sprenkelung

Zwei Flügel und ein Steg als Griffe, alle angesetzt, der Körper frei aufgebaut. Die Glasur liegt so dick, dass sie das Licht spiegelt.

Becher, schwarz glasiert

Dieselbe Glasur, hohe Form, gewellter Rand

Die Glasur endet in einer klaren Linie über dem Fuß — darunter bleibt der Ton hell und rau, als hätte sie absichtlich einen Streifen frei gelassen.

Töpferei · wie sie arbeitet

Dem Ofen die letzte Entscheidung lassen.

Julias Tonarbeiten leben von zwei Dingen: Formen, die nicht nach Schema aussehen, und Glasuren, die laufen dürfen. Was herauskommt, ist nie ganz planbar — und genau das ist der Reiz.

  • Freihand aufgebaut. Die Schalen entstehen ohne Drehscheibe, in Wulsttechnik und über der Hand geformt. Daher der weiche, gewellte Rand.
  • Glasur als Mitarbeiter. Rosa, Kobalt, Olive — die Glasuren laufen aus und tropfen über die unglasierten Füße. Jedes Stück bekommt so seine eigene Zeichnung.
  • Modellierte Körper. Bei den Henkelbechern geht sie bewusst figürlich vor und setzt den geflochtenen Henkel als Gegengewicht daneben.
  • Bemalte Stücke. Auf Tellern wird gezeichnet: Figuren, Karos, ein roter Rand — mit Pinsel und Glasur statt mit Stempel.
  • Schwarze Glasuren. Neben Rosé und Kobalt gibt es tiefschwarze Überzüge mit feiner weißer Sprenkelung, die das Licht spiegeln.
  • Signiert. Jede Arbeit trägt ihren runden Stempel — klein, am Rand, leicht zu übersehen und trotzdem immer da.
Schwarz glasierte Schale mit Flügeln und Steg, Detailansicht
Schwarze Glasur mit weißen Sprenkeln — Flügel und Steg sind angesetzt, der Fuß bleibt unglasiert.

Fidget Toy, Einzelstück

Graublau, lila umrandet

Flach gehäkelt in festen Maschen, die Umrandung setzt in Lila einen klaren Rahmen. So ein Stück entsteht zwischen den großen Arbeiten — und keines gleicht dem anderen.

Scrunchie, Unikat

Buntes Garn, in sich gedreht

Ein Haargummi von Hand gehäkelt: aus mehrfarbigem Garn in die Höhe gearbeitet und in sich gedreht. In dieser Farbfolge gibt es nur dieses eine.

Häkeln · das zweite Handwerk

Und dann ist da noch das Garn.

Neben dem Ton häkelt Julia — große Flächen, aber auch kleine Stücke für die Hand und den Alltag: ein Fidget Toy, das in der Tasche mitgeht, ein Scrunchie aus buntem Garn. Beides sind Unikate, keine Serienware.

Wo der Ton unberechenbar ist, ist das Garn verlässlich: jede Masche sitzt auf der vorigen. Zusammen ergeben die zwei Handwerke ein hübsches Gleichgewicht aus Zufall und Ordnung.